Gegen Zahnpflege-Kaugummi ist aus zahnärztlicher Sicht generell nichts einzuwenden. Sie können sogar die Kaufaulheit, die in unserer Zivilisation vorherrscht, in gewisser Weise kompensieren, indem Zähne nun wieder in
ein Kaugeschehen einbezogen werden. So werden sie wieder öfter belastet, was den Kauapparat durchblutet und erhält. Gleichzeitig wird der Speichelfluss angeregt, was zu einer Reduktion der Säuren im Munde führen kann – vorausgesetzt, der Speichel ist gesund.
Nach dem Verzehr von süßen Speisen und Getränken sind Zahnpflege-Kaugummis zu empfehlen, weil sie der entstehenden Speichelübersäuerung entgegenwirken.
Haben wir eine Mundhöhle ohne Metallfüllungen und einen gesunden Speichel, dann braucht dieser etwa 4 Stunden, um nach Säureeinwirkung, z. B. durch Schokolade, wieder basisch zu werden. Der pH-Wert liegt bei einem guten Speichel bei etwa 7,4. Nach Säureeinwirkung fällt er bis auf 5,8 ins Saure. Das führt zu Schädigungen am Zahnschmelz und kann Karies und Parodontose verursachen.
Kaut man unmittelbar nach dem Genuss von Süßigkeiten ein Zahnpflege-Kaugummi, das basische Substanzen enthält, kann der saure pH-Wert sofort neutralisiert werden. Dadurch halten sich die Säureschäden, die ansonsten entstehen würden, in Grenzen oder werden sogar total vermieden.
Sind Metallfüllungen wie Amalgam oder auch Goldkronen vorhanden, ist der Speichel-pH-Wert dauerhaft im Sauren und es kommt zu Dauer-Entmineralisierung von Zahn und Knochen. Hier kann der Zahnpflege-Kaugummi nur symptomatisch helfen. Die richtige, ursächliche Behandlung wäre das Entfernen sämtlicher Zahnmetalle.
Der Einsatz von Keramikfüllungen kann hier langfristig Abhilfe schaffen.
Jeder Kaugummi, auch der Zahnpflege-Kaugummi, schadet jedoch, wenn Amalgamfüllungen vorhanden sind. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass Amalgamfüllungs-Träger das 50-fache an Quecksilberkonzentration im Speichel tragen, die für Trinkwasser zugelassen ist. (Trinkwasser bis 1 Mikrogramm, kaudruckprovozierte Amalgamfüllungen geben bis zu 200 Mikrogramm frei).
Summa summarum kann ein Zahnpflege-Kaugummi temporär bei Säurebelastungen helfen, löst aber bei Amalgamträgern wie jeder andere Kaugummi die entsprechenden Quecksilberbelastungen aus.